Revolutionierung der Bühnenautomatisierung: Erhöhte Flexibilität bei reduzierter Komplexität
Die Automatisierung moderner Theaterbühnen stellt höchste Anforderungen an Präzision, Sicherheit und Flexibilität. Jede Bühne ist einzigartig, jede Inszenierung bringt neue technische Herausforderungen mit sich. Diese Fallstudie zeigt, wie ootb automation GmbH für einen renommierten Theaterbetreiber ein revolutionäres System entwickelte, das die Komplexität drastisch reduziert und gleichzeitig die Flexibilität maximiert.
Die Herausforderung: Individuelle Lösungen als Kostentreiber
Theaterbühnen zählen zu den anspruchsvollsten Umgebungen für Automatisierungstechnik. Die technische Ausstattung muss höchsten Sicherheitsstandards genügen, während sie gleichzeitig die kreative Freiheit der Regisseure nicht einschränken darf. Unser Kunde, ein etablierter Anbieter von Bühnenautomatisierungslösungen, stand vor einem fundamentalen Problem: Jede neue Installation erforderte umfangreiche individuelle Programmierarbeit.
Die Folgen waren gravierend: Lange Planungsphasen verzögerten Projekte, die Entwicklungskosten stiegen kontinuierlich, und die Fehleranfälligkeit nahm mit jeder Neuentwicklung zu. Jede Bühne hatte ihre eigenen Besonderheiten – unterschiedliche Anzahl und Typen von Zügen, Drehbühnen, Hubpodien und Versenkungen. Die bisherige Lösung bestand darin, für jedes Projekt die Software von Grund auf neu zu entwickeln oder bestehenden Code aufwändig anzupassen.
Der Kunde erkannte, dass dieses Vorgehen langfristig nicht tragfähig war. Die Vision war klar: Es musste ein System entstehen, das eine flexible Konfiguration ermöglicht, ohne dass für jede Installation maßgeschneiderte Softwareentwicklung erforderlich ist. Die Theatertechniker sollten in die Lage versetzt werden, Anlagen selbstständig zu konfigurieren und anzupassen – ohne auf externe Programmierer angewiesen zu sein.
Der Lösungsansatz: Denken in wiederverwendbaren Bausteinen
ootb automation analysierte die Problemstellung und entwickelte einen grundlegend neuen Ansatz. Statt für jede Bühne individuellen Code zu schreiben, sollte eine universelle Softwareplattform entstehen, die auf dem Konzept wiederverwendbarer Komponenten basiert. Die Kernidee: Alle typischen Bühnenelemente – ob Seilzüge, Motoren, Frequenzumrichter oder Sicherheitseinrichtungen – sollten als vorkonfigurierte Softwarebausteine verfügbar sein, die sich flexibel kombinieren lassen.
Diese Vision erforderte ein fundamentales Umdenken in der Softwarearchitektur. Das System musste in der Lage sein, virtuelle Repräsentationen physischer Komponenten zu erstellen, diese intelligent miteinander zu verbinden und dabei alle sicherheitsrelevanten Abhängigkeiten automatisch zu berücksichtigen.
Die Implementierung: RIO – Reusable IO Framework
Nach zweijähriger intensiver Entwicklungsarbeit war es soweit: Das RIO (Reusable IO Framework) ging in Betrieb. Diese innovative Plattform ermöglicht es, virtuelle Schaltschrankkomponenten zu erstellen, die über standardisierte Bussysteme miteinander kommunizieren. Jede Komponente verfügt über eine eigene Konfigurationsoberfläche, wodurch Parameter ohne Programmierung angepasst werden können.
Das Herzstück: Intelligente Komponentenbibliothek RIO verfügt über eine umfangreiche Bibliothek vordefinierter Komponenten. Ein Kettenzug beispielsweise ist als komplettes Softwareobjekt verfügbar, das bereits alle typischen Funktionen mitbringt: Positionsregelung, Endlagenüberwachung, Lastüberwachung, Synchronisation mit anderen Zügen und Notfallverhalten. Der Anwender wählt die benötigten Komponenten aus und verbindet sie per Drag-and-Drop.
Flexible Achskonfiguration Ein besonderer Vorteil von RIO ist die autonome Steuerung einzelner Achsen. Jede mechanische Achse – sei es ein Vorhangzug, eine Drehbühne oder ein Hubpodium – kann unabhängig konfiguriert und gesteuert werden. Gleichzeitig erlaubt das System komplexe Synchronisationen: Mehrere Züge können zu Gruppen zusammengefasst werden, Bewegungsabläufe lassen sich choreographieren, und Sicherheitsverriegelungen werden automatisch berücksichtigt.
Praxis trifft auf Theorie Die wahre Stärke von RIO zeigt sich im Projektalltag. Was früher Wochen der Programmierung erforderte, lässt sich nun in Tagen konfigurieren. Ein neuer Seilzug? Einfach die entsprechende Komponente aus der Bibliothek wählen, die I/O-Kanäle zuordnen, Parameter wie Geschwindigkeit und Beschleunigung eingeben – fertig. Das System generiert automatisch die gesamte Steuerungslogik inklusive Visualisierung und Diagnosefunktionen.
Messbare Erfolge: Zeit- und Kostenersparnis
Die Einführung von RIO führte zu einer dramatischen Verbesserung der Projekteffizienz. Die Programmier- und Inbetriebnahmezeiten reduzierten sich um durchschnittlich 60 Prozent. Fehler, die durch individuelle Programmierung entstanden, gehören weitgehend der Vergangenheit an, da die wiederverwendeten Komponenten bereits in zahlreichen Installationen bewährt sind.
Besonders wertvoll ist die gewonnene Flexibilität während der Projektlaufzeit. Änderungen, die früher aufwändige Umcodierungen erforderten, lassen sich nun durch Anpassung der Konfiguration realisieren. Dies ist gerade in der Theaterpraxis von immenser Bedeutung, wo sich Anforderungen während der Installationsphase häufig noch verändern.
Die Wiederverwendbarkeit erstreckt sich auch auf Funktionserweiterungen. Neue Features, die für ein Projekt entwickelt werden, stehen automatisch als Komponenten für alle zukünftigen Projekte zur Verfügung. So entsteht ein kontinuierlich wachsender Werkzeugkasten, der mit jedem Projekt leistungsfähiger wird.
Kundenstimme aus der Praxis
Die Tiroler Festspiele, ein langjähriger Anwender der Technologie, bestätigen die Praxistauglichkeit:
“Wir haben viele Produktionen mit dem Stage Automation System eingerichtet und schätzen sowohl seine Zuverlässigkeit als auch den Kundensupport. Die Möglichkeit, Anpassungen selbst vornehmen zu können, ohne jedes Mal auf externe Programmierer warten zu müssen, hat unsere Arbeitsabläufe erheblich verbessert.”
Tim Herold, Technischer Direktor, Tiroler Festspiele
Technologische Expertise bei ootb automation
Diese Fallstudie ist ein Beispiel für die Kernkompetenz von ootb automation GmbH: Die Entwicklung intelligenter Automatisierungsplattformen, die Komplexität beherrschen, ohne sie auf den Anwender zu übertragen. Unser Leistungsspektrum umfasst die vollständige SPS-Softwareentwicklung, die Konzeption wiederverwendbarer Automatisierungsplattformen sowie umfassende Beratung bei der Optimierung von Automatisierungsprozessen.
Das RIO-Framework steht exemplarisch für unseren Ansatz: Durch intelligente Abstraktion und Modularisierung schaffen wir Systeme, die sowohl leistungsfähig als auch beherrschbar sind. Theaterbetreiber können sich auf das Wesentliche konzentrieren – die künstlerische Inszenierung – während die Technik zuverlässig und flexibel im Hintergrund arbeitet.
Wenn auch Sie vor der Herausforderung stehen, komplexe Automatisierungssysteme effizienter zu gestalten, sprechen Sie uns an. Wir analysieren Ihre spezifische Situation und entwickeln maßgeschneiderte Lösungen, die Ihre Prozesse nachhaltig optimieren.